Theoretische Ausbildung

Das integrative Curriculum der aap beinhaltet moderne, empirisch abgesicherte Ansätze der psychodynamischen Psychotherapie. Dazu gehören z.B. störungsorientierte und manualisierte psychodynamische Therapieansätze. Die theoretische Ausbildung vermittelt Kenntnisse über Kurzzeit- und Langzeitansätze der psychodynamischen Psychotherapie sowie über einzeltherapeutische und gruppentherapeutische psychodynamische Behandlungsverfahren.

Die theoretische Ausbildung der Akademie für Allgemeine Psychotherapie gliedert sich in eine Grundausbildung (200 Stunden) und eine vertiefte Ausbildung (400 Stunden). Die Theorievermittlung findet überwiegend in Form von Seminaren und Workshops statt, die praktische Übungen beinhalten, in denen Behandlungstechniken und Interventionen geübt und trainiert werden.

Grundausbildung
Themen der Grundausbildung sind:
(a) klinisch relevante Konzepten der psychologischen und neurophysiologischen Grundlagenforschung aus der Klinischen Entwicklungspsychologie, der Neuropsychologie, der Bindungsforschung und der Emotionsforschung
(b) handlungsrelevantes Wissen über Psychopathologiekonzepte, wesentliche Erkenntnissen der Psychotherapieforschung, vor allem zu den sogenannten „Wirkfaktoren“
(c) psychotherapeutische Gesprächsführung und psychodynamische Diagnostik
(d) sozial- und berufsrechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen

Vertiefte Ausbildung
In der vertieften Ausbildung wird Wissen über psychodynamische Behandlungsansätze und therapeutische Techniken (220 Stunden) sowie über die Behandlung spezifischer Störungsbilder (180 Stunden) vermittelt. Neben der Wissensvermittlung liegt der Schwerpunkt auf dem Training dieser therapeutischen Techniken und der Interventionen.

Technikseminare
In der Vermittlung therapeutischer Techniken stehen weniger störungsspezifische, sondern eher übergreifende Kategorien, wie z.B. die psychische Struktur, biografisch entwickelte Muster der Beziehungsgestaltung und die therapeutische Haltung im Vordergrund.
Unter anderem beinhaltet die theoretische Ausbildung Seminare und Workshops zur strukturbezogenen Psychotherapie nach Rudolf (2006), der mentalisierungs-basierten Psychotherapie (Fonagy & Target 2006), der supportiv-expressiven psychodynamischen Therapie nach Luborsky (1976, 1988) und der psychoanalytisch-interaktionelle Gruppenpsychotherapie (Heigl-Evers & Heigl 1973, 1978; König et al. 1993).

Störungsseminare
In den „Störungsseminaren“ werden bestimmte psychodynamische Verfahren für einen spezifischen Störungsbereich, z.B. Persönlichkeitsstörungen oder Traumafolgestörungen, vorgestellt und trainiert. Die Seminare und Workshops behandeln die psychodynamische Diagnostik, Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse, die therapeutische Beziehung, sowie die Fokusbildung vor dem Hintergrund der Symptomatik und wirksame Interventionen.